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Innere Medizin

PfeilZertifizierter Partner des
    Darmkrebszentrums Westpfalz
Operative Strategien
Oberstes Gebot:
Revaskularisation geht vor Amputation!


In Deutschland werden derzeit ca. 20.000 Amputationen jährlich an der unteren Extremität bei Diabetikern durchgeführt. Das Ziel fachübergreifender Anstrengungen ist es, diese erschreckende Zahl zu halbieren. Empfehlungen hierzu sind in der sog.  Oppenheimer Erklärung abzulesen.

Es ist das Grundprinzip jeglichen operativen Vorgehens, die Vitalität der momentanen oder künftigen Wundregion sicherzustellen. Dies bedeutet zwingend eine Ausgangsdiagnostik zur Durchblutungssituation; im Regelfall mittels Röntgenkontrastdarstellung der Arterien (Angiographie). Neben der Angiographie ist auch die lokale Sauerstoffmessung auf der Haut der
betroffenen Region ein wertvoller Hinweis (siehe Angiologie/Sauerstoff-
messung im Gewebe).

Eine auch noch so sparsame Teilamputation hätte keinerlei Chance auf Heilung, bei mangelhafter Durchblutung der Abtragungszone. Eine Nachamputation wäre die Folge (sog.  Salamitaktik - immer eine Scheibe mehr). Umgekehrt können aussichtslos geglaubte Nekrosen spontan abheilen, wenn es technisch gelingt, eine Mangeldurchblutung zu bessern. Sollte nach Verbesserung des arteriellen Blutangebots eine Nekrose nicht abheilen, so ist die Abtragung oder sparsame Teilamputation möglich mit dem Erhalt wichtiger Strukturen, da die Abtragungsfläche bei guter Durchblutung abheilen wird.

Die chirurgische Empfehlung  wir amputieren gleich am Oberschenkel; das heilt immer! , ist nicht mehr zeitgemäß.

Bei einer nachgewiesenen Minderdurchblutung sind in Abhängigkeit von der Lokalisation und der Beschaffenheit der Arterienverengung oder -Verschlüsse folgende gefäßchirurgische Vorgehensweisen möglich.

Angioplastie (Katheterdilatation, Ballondilatation, PTA)
Bei dieser nichtoperativen Maßnahme wird ein spezieller Katheter in die Arterie eingebracht. Die Katheterspitze wird unter Röntgenkontrolle bis zu einer Engstelle im Blutgefäß vorgeschoben. Durch Füllen eines Ballons an der Katheterspitze kann die Verengung aufgedehnt und damit der Blutfluß verbessert werden.

Stenteinlage
Aufgedehnte Arterien neigen zur erneuten Verengung. Um diesem Mechanismus entgegenzuwirken, kann eine innere Schienung der aufgedehnten Zone durch ein Draht- oder Kunststoffröhrchen erfolgen. Der Stent wird mittels Katheter in das Blutgefäß eingebracht und hält die Arterie so dauerhaft offen.

Erweiterungsplastik (Patchplastik)

Typische arterielle Engstellen (meist an Gefäßaufzweigungen) lassen sich auch operativ erweitern. Die Erweiterung ist oft dauerhafter, als bei der Angioplastie. Nach Freilegung der Arterie über einen kleinen Hautschnitt, wird das Gefäß über der Verengung (Stenose) in Längsrichtung eröffnet. Der Defekt wird nun mit einem spindelförmigen  Flicken = Patch verschlossen, so dass der Gesamtquerschnitt letztlich erweitert wird. Der Patch besteht im Idealfall aus einem Stück eigenen Venengewebes oder aus einem Spezialkunststoff.

Bypass-OP
Bei der Bypass-OP wird über eine  Umleitung an der Engstelle vorbei ein neues Blutgefäß  verlegt . Damit wird die arterielle Region vor und nach der Engstelle überbrückt, so dass der Blutstrom auch wieder die körperfernen Gewebsabschnitte erreicht. Bekanntestes Beispiel einer Bypass-Operation ist der Herzkranzgefäß-Bypass am Herzen. Analog hierzu kann auch an den Beinen mittels Bypass das arterielle Blutangebot in den Füßen verbessert werden. Zur Überbrückung der Strecke wird im Regelfall körpereigenes Venenmaterial verwendet (z.B. Vena saphena magna) oder ein spezieller flexibler Kunststoffschlauch. Bypass-Operationen an den Beinen sind für den Patienten nicht sehr belastend, für den Operateur jedoch überaus anspruchsvoll, so dass diese Eingriffe nur in spezialisierten Zentren durchgeführt werden sollten.

Zur Durchführung von gefäßchirurgischen Maßnahmen stehen wir in engem Kontakt mit der Abteilung für Gefäßchirurgie der Uni-Kliniken Mainz. Nekrosenabtragungen und Zehenamputationen können fachchirurgisch in unserer Praxis durchgeführt werden.
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